Aufenthalt in Markirch / Ste.-Marie-aux-Mines um zwei Tage verlängert

Rathaus von Maekirch / Ste.-Marie-aux-Mines

Rathaus von Maekirch / Ste.-Marie-aux-Mines

Heute haben wir unseren Aufenthalt in Markirch /Ste.-Marie-aux-Mines um zwei Tage verlängert. Ursprünglich wollten wir nur von Freitag bis Montag bleiben, um dann an die Ardeche weiter zu reisen. Nun haben wir aber die Ardeche gecancelt, um hier zwei Tage länger (bis Mittwoch) bleiben zu können. Es gefällt uns hier zu sehr. Nicht nur der Campingplatz ist geradezu ideal, auch die Stadt und die Umgebung bietet eine Menge.

Der Campingplatz Les Reflets du Val d’Argent liegt im Tal von Sainte-Marie-aux-Mines, nahe an der Innenstadt, jedoch ruhig, bietet schattige Stellplätze, eine großzügige Liegewiese für Sonnenhungrige direkt am platzeigenen Schwimmbad, das man kostenfrei nutzen kann, Tischtennis, einen schönen und kindgerechten Spielplatz, ein nettes Restaurant, einen Kiosk, einen Fernsehraum, einen Spielraum und noch vieles mehr. Er liegt an dem kleinen Bach Liepvrette an einem Wiesenhang. Das Läuten der Kuhglocken und das sanfte Rauschen des Baches ergibt eine beruhigende Geräuschkulisse. Morgens kann man am Kiosk leckere Baguettes und Croissants erstehen. Der Chef des Platzes ist äußerst nett und zuvorkommend. Darüber hinaus spricht er Deutsch. Die Sanitäranlagen sind in einem guten Zustand.

Die Stadt Markirch / Sainte-Marie-aux-Mines bietet alles, was ich mir für ein Urlaubs- und Reiseziel wünsche: Erholung und Anregung, Information und Genuss. Dieses kleine Städtchen von rund 5.000 Einwohnern hat eine bewegte Geschichte und einen schweren Wandel durchgemacht, der leider noch nicht abgeschlossen ist. Einst war diese Region und Sainte-Marie-aux-Mines geprägt von Bergbau und Textilindustrie. Beides gibt es heute hier nicht mehr. Alleine 25.000 Menschen arbeiteten hier in Markirch früher in den Textilindustrie. Schon aus diesen Zahlen kann man ablesen, welchen Schrumpfungsprozess die Region durchmachen musste. Leerstehende Fabrikgebäude und zerfallende Wohnhäuser zeugen von diesem Einschnitt. An der Stelle der größten Textilfabrik steht heute ein moderner Supermarkt. Während die Innenstadt sehr gut renoviert und für den noch zaghaften Tourismus umgestaltet wurde, bieten die Ränder der Stadt noch ein manchmal trauriges Bild des Niedergangs. Ich hoffe, Markirch bewältigt den Wandel bald.

Im Gegensatz zu Münster im Elsass (Munster) kann man in Markirch kaum noch etwas von seiner deutschen Vergangenheit erkennen. Selbst auf dem Friedhof, der recht groß ist, fand ich nur noch ein einziges deutschsprachiges Grab aus der Zeit um 1750. Alle anderen deutschsprachigen Gräber wurden entweder eingeebnet (mangels vorhandener Angehöriger) oder die Eigentümer haben sie in Französisch umgestaltet, um sich der Entwicklung nach dem Erste und Zweiten Weltkrieg anzupassen (Wegzug und Vertreibung der Deutschen).

Markirch bietet das für französische kleine Innenstädte typische Bild: Kleine Cafes und Bars, kleine Geschäfte, Bäckereien für die in Frankreich typischen Leckereien, Plätze zum verweilen, Brunnen zum erfrischen und interessante Denkmäler und Kirchen. Wichtig sind die Bergwerke und das Bergbaumuseum in Telure. Diese MUSS man besichtigt haben! Auch das Heimatmuseum muss man gesehen haben. Es bietet Abteilungen für Mineralien, Textilindustrie und Bergbau an.

Wir haben darüber hinaus auch den Soldatenfriedhof von Ste.-Marie-aux-Mines besucht, auf dem die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ruhen, die hier im Val de argent im Vogesenkampf fielen, der hier besonders erbittert geführt wurde.

Die um Markrich/Ste.-Marie-aux-Mines gelegenen Hügel und Täler bieten viele Ausflugsziele und Gaststätten, in denen man sich erfrischen und stärken kann.

Viele kleine Bäche fließen von den Hügeln um Markirch. Typisch für die Vogesen.

In Markirch ergaben sich für mich eine Menge Unklarheiten und Fragen, die ich bis zu meiner Rückkehr an diesen schönen Ort recherchieren werde.

Peter Steil

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
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