Wir entwickeln uns zur Alten- und Single-Republik

Seit geraumer Zeit beobachte ich verwundert und manchmal verärgert, dass sich das Land, in dem ich lebe, zu einer Alten- und Single-Republik verwandelt. Statt jungen Frauen oder Paaren mit Kinderwagen sieht man immer mehr jungen Frauen und junge Paare mit einem Hund bei einem Spaziergang. Immer mehr große Wohnungen, in denen Familien leben könnten, werden in mehrere Wohnungen für Singles umgewandelt. Immer mehr Lebensmittel werden nur noch in (überteuerten) Packungsgrößen für Singles angeboten. Urlaube richten sich immer mehr an Singles oder Paare ohne Kinder. Freizeitangebote werden immer mehr auf Singles ausgerichtet. Ermäßigungen für Familien mit Kindern werden gestrichen oder erst gar nicht angeboten.

Klar, Singles sind finanziell interessante Kunden. Da steckt mehr Kaufkraft dahinter als bei (kinderreichen) Familien. Und ein Hund bedeutet keine lebenslange Bindung. Bei Bedarf kann man ihn kastrieren, ins Tierheim geben oder einschläfern lassen.

Aber man bedenke bitte: Diese Gesellschaft kann, wie alle anderen Gesellschaften, nur mit Kindern überleben. Und die Alterssicherung aller wird auch nur durch Kinder sicher gestellt – sowohl die private, als auch die gesetzliche Alterssicherung! Und was Liebe und Zuwendung angeht: Im Alter kommen Hunde nicht die alten Menschen besuchen, wenn sie einsam sind. Hunde denken nicht an die Geburt- und Feiertage. Wer wissen will, wie einsam das Alter ohne Kinder ist, möge ein Altenheim seiner Wahl besuchen. Ich habe es oft genug getan.

Peter Steil

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
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