Die Mutter der Dummheit ist ständig schwanger

Der Spruch “Die Mutter der Dummheit ist ständig schwanger” stammt aus Afghanistan. Ich finde, dass dieser Spruch weise ist und die Welt (leider) in weiten Teilen wiederspiegelt.

Gerade musste ich hierfür wieder zwei Beispiele zur Kenntnis nehmen:

  1. Seit Jahren wirbt die Firma Prokon mit hochverzinsten Geldanlagen in Genussscheinen ihrer Firma. Die Firma gab vor, in erneuerbare Energien zu investieren. Dabei wurden absurd hoche Rendite-Versprechungen abgegeben, die auf normalen, legalen Wege kaum zu erzielen war.
    Von Anfang an war mir klar – und sicher nicht nur mir – dass hinter dieser Firma nichts Gutes stecken konnte. Trotzdem investierten zigtausend Menschen in diese Firma, angelockt durch die hohen Renditen, zumal auf normalen, sicheren Weg kaum Zinsen auf angelegtes Geld zu erzielen war und ist. Hier galt auch: Gier frisst Hirn!
    Seit dieser Woche ist die Firma pleite. Das Geld der Anleger dürfte weg sein. Mal sehen, wer sich wie bereichert hat und wo das Geld der Investoren hin floss.
  2. Bei Facebook las ich, dass viele muslimische Menschen glauben, dass der Koran Recht habe, wenn dort steht, dass sich die Meere nicht vermischten. Selten so einen Quatsch gelesen. Natürlich vermischen sich die Meere – konnte ich selbst mehrfach beobachten. Jeder, der auch nur einen Hauch naturwissenschaftliche Bildung genossen hat, weiß, dass es so ist.
    Leider musste ich in meinem Unterricht schön öfter erkennen, dass gerade bei unseren muslimischen Mitbürgern der Glaube vorherrscht, dass alles, was im Koran steht, hundertprozentig Realität sei – ähnlich, wie es früher viele Christen geglaubt haben und heute fundamentalistisch-klerikale Christen auch wieder glauben. Während die meisten Christen jedoch erkannt haben, dass hinter der Bibel eine Botschaft steht, die mittels der Bibel vermittelt werden soll, die auf Grundlage tatsächlicher Ereignisse ausgeschmückt und mundgerechter aufgeschrieben wurde, befinden sich sehr viele Muslime jenseits der Aufklärung. Dort herrscht naturwissenschaftliches Mittelalter (weiteres Beispiel: Die Erde wurde in sieben Tagen geschaffen).Wenn ich mit meinen muslimischen Studierenden dann diskutiere, und sage, dass ich nicht glaube, dass alles, was in der Bibel und im Koran steht auch wirklich so geschehen sei, dann werde ich gefragt, ob ich denn Christ sei. Wenn ich dann sage, dass ich überzeugter, gläubiger Christ bin und regelmäßig in die Kirche gehe und mich an den Geboten des katholischen Glaubens orientiere, dann herrscht bei meinen Gesprächspartnern Unverständnis. Man meint dann, ich müsse doch dann an das glauben, was in der Bibel steht.

    Wie oben bereits beschrieben, glaube ich an die Botschaft der Bibel. Der Kern der Bibel ist wahr, gut und richtig, jedoch wurde vieles von den Autoren ausgeschmückt und der jeweiligen Zeit angepasst. Heute müssen wir Menschen die Botschaften entschlüsseln und selbst darüber nachdenken was Gott will und wie er es möchte.

    Ich kann naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht ignorieren oder ummünzen, nur damit die Bibel oder der Koran Recht zu haben scheinen! Für mich wird Gott nicht dadurch inexistent oder kleiner, dass ich erkenne, wie er die Welt geschaffen hat und dass die Bibel nicht ein Geschichtsbuch, sondern ein Geschichtenbuch ist. Gerade durch die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse wächst mein Glaube, denn wie mächtig muss Gott sein, wenn er die Welt und das Weltall in ihrer Kompliziertheit und in einem so mächtigen Zeitraum, der für uns überhaupt nicht erfassbar ist, geschaffen hat. Wie großartig ist Gott, wenn er uns mittels der Naturwissenschaften in sein Schaffenswerk Einblick nehmen lässt! Er erst ermöglicht es uns, seine Größe zu erkennen.

Peter Steil

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Religion abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.