Margate

Bereits vor zwei Jahren war ich anlässlich eines Tagesausfluges in Margate gewesen. Margate ist eine Stadt im Nordosten von Kent. Als ich ein Ziel für meine diesjährige Osterreise nach Kent suchte, kam mir recht schnell Margate in den Sinn. Es liegt umgeben von Meer und in der Nähe von Canterbury. Ich wollte dieses Jahr wieder zum Karfreitagsgottesdienst in die Kathedrale von Canterbury. Ich suchte mir also ein günstiges Zimmer in einem Hotel in Margate und reise am 24. März mit dem Auto über Dünkirchen und Dover (Fähre) an.

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Das Glenwood Hotel in Margate

Das Hotel war nicht schlecht. Es hat zwar seine besten Zeiten hinter sich, diesen Makel gleicht es jedoch durch sehr freundliches Personal wieder aus. Ein kleines Zimmer mit einem kleinen Bad und einem kleinen begehbaren Kleiderschrank, was will man mehr? Das Beste aber war das Frühstück, frisch zubereitet, mit Spiegeleiern, Toast, Pilzen, gebackenen Bohnen in Tomatensauce, Würstchen und Speck. Bereit stand natürlich noch Marmelade, Marmite, Käse & Co zur Selbstbedienung.

Das Frühstück im Glenwood Hotel

Das Frühstück im Glenwood Hotel

Die Köchin war besonders freundlich und zuvorkommend. Jeden Morgen fragte sie mich, was ich frühstücken möchte, ob ich lieber Tee oder Kaffee möchte und bereitete es dann frisch zu.

Margate selbst ist eine Stadt, die ebenfalls schon bessere Zeiten erlebt hat. Es ist Strandbad, wobei heute sicherlich nicht mehr die Reichen und Schönen im Sommer hier her kommen. Viele Kur- und Erholungseinrichtungen sind geschlossen, es bröckelt an allen Ecken und Enden, Müll ist überall in Überfülle zu sehen, es scheint aber niemanden zu stören.

Das Glenwood Hotel liegt mitten in einem vormals wohlhabenden Viertel. Ehemals herrschaftliche Häuser sind gnadenlos heruntergewohnt worden. Viele Häuser sind inzwischen unbewohnt/unbewohnbar, in anderen heruntergekommenen Häusern vegetieren sozial schwache Menschen. Alkohol und andere Drogen spielen hier augenscheinlich eine wichtige Rolle – man betrachte nur einmal den Müll, der hier allgegenwärtig ist. Mittendrin finde ich dann die Labour Parteizentrale des Ortes. Keiner ist zu sehen. Die Scheiben sind so, dass man nicht reinblicken kann. Das Haus auch heruntergekommen. Auch das ein Symbol.

Trotz ihrer wirtschaftlichen und sozialen Misere wählen die Menschen in Margate die Konservativen (53 %). Labour spielt mit 22 % kaum eine Rolle. Dabei haben diese beiden Parteien nach meiner Meinung Großbritannien in diese Misere gewirtschaftet, in der es heute steckt.

Strandpartie von Margate

Strandpartie von Margate

Sonst kann man in diesem Ort gut und viel spazieren gehen. Es gibt viel zu sehen. Es gibt eine kleine, aber feine Altstadt.

Der Hafen ist auch ganz schön. Hier befinden sich einige nette Cafes.

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Der Hafen von Margate

Eine interessante Einrichtung von Margate ist das Museum Turner Contemporary. Es zeigt in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische Kunst. Der Eintritt ist frei.

Bei meinem Besuch wurden gerade Objekte von Joachim Koester gezeigt. Ich konnte nicht allzuviel damit anfangen.

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Turner Contemporary

Ich war natürlich auch in Canterbury. Ich habe einen weiten Spaziergang unternommen und neue Viertel für mich entdeckt. Canterbury ist und bleibt für mich eine Stadt, die mich sehr fasziniert.

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Am Montag, den 28. März war ich dann mit meinem Besuch von Margate am Ende und fuhr zu meiner zweiten und letzten Station auf die Insel Grain weiter. Margate war ein interessanter Aufenthalt. Ich werde sicherlich wieder einmal nach Margate fahren, jedoch nicht mehr, um mehrere Tag dort zu verweilen.

Peter Steil

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
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