Trauma eines tätlichen Angriffs

Es ist bitter, Opfer eines tätlichen Angriffs zu werden. Nie hätte ich gedacht, wie bitter es ist und welche psychischen Folgen dies hat. Mir ist es am Mittwoch bei einem Schulfest, im Dienst passiert. Details kann ich (noch) nicht schreiben. Dafür fehlt die Kraft. Immer wieder durchdenke, durchlebe ich die Situation. Ich träume nachts davon. Es ist ein einziger Horror. Hilfe? Ja, Familie, Freunde. Psychologische Hilfe? Von wem?

Besonders bitter: Bis jetzt, drei Tage nach dem tätlichen Angriff auf mich, hat sich weder Schulleiter, noch Stellvertreter, noch Konrektorin um mich gekümmert. Weder eine Frage, wie es mir geht, noch ob sie etwas für mich tun können, noch Informationen, wo ich Hilfe im Schulsystem bekommen. Nichts!

Dafür habe sie sich rührend um den Angreifer gekümmert. Sie haben u. a. dafür gesorgt, dass er weiter am Schulfest teilnehmen konnte, ohne Rücksicht, dass er anschließend noch mehr als einmal auf mich zugestürmt ist und mich körperlich bedrängt hat. Ein Schulleitungsmitglied stand in unmittelbarer Nähe und hat NICHTS unternommen. Ich habe ihn abgewehrt, auch wenn er mich nicht erneut verletzten wollte (nehme ich an). Der Studierende durfte dann noch laut schreibend in der Schule umherlaufen und das Schulfest stören. Große Nachsicht des Schulleiters.

Auf der Fahrt nach Hause merkte ich, dass diese Situation mich seelisch überfordert hat. In der Situation selbst habe ich nur Anspannung gemerkt. Danach, bis zum Ende des Schulfestes lenkte ich mich durch übertriebenen Arbeitseifer ab. Der Absturz kam dann zu Hause.

Als meine Frau mich am nächsten Tag für den letzten Schultag dienstunfähig meldete, war die einzige Reaktion des Schulleiters, eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Ferien einzufordern. Fragen nach meinem Befinden? Fehlanzeige. Hilfsangebote? Fehlanzeige.

Wie soll ich nach den Ferien weiter arbeiten? Wie die Ferien überstehen?

Das musste ich schreiben, damit es raus ist.

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
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