Stiftungen, Erbe, Familie

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit Stiftungen. Vor vielen Jahren begann mich die Todenwarth-Stiftung zu faszinieren. 1635 gründete der Kanzler des Landgrafen Georg II von Hessen-DarmstadtAntonius Reichsfreiherr Wolff von und zu Todenwarth (1592–1641), in Gießen diese Stiftung zum Andenken an seine verstorbene Ehefrau, Catharine Wolffin von Todenwarth. Ursprünglich wurde die Stadt Gießen durch diese Stiftung dazu durch Geldzahlung verpflichtet, 50 Gulden jährlich an die armen Menschen zu verteilen. Im Laufe der Jahre wurde aus Gulden Deutsche Mark und schließlich Euro. Die Stiftung besteht aber immer noch, auch wenn die Stadt 1923 versuchte, sich ihrer Pflicht zu entziehen. Das Landgericht Gießen verpflichtete die Stadt 1928 jedoch, die Zahlungen wieder aufzunehmen. Pacta sunt servanda (lateinisch: Verträge sind einzuhalten) beschied das Gericht.

Die heutige Stadtregierung hat den Ausschüttungsbetrag auf 500 Euro angehoben. Dieser wird jährlich an gemeinnützige Organisationen ausgeschüttet, beispielsweise an die Oase für obdachlose Frauen.

Stiftungen gibt es in verschiedenen Varianten. Gemeinnützige und eigennützige Stiftungen, kirchliche Stiftungen, örtliche Stiftungen, Familienstiftungen. Allen gemein ist, dass sie auf Dauer angelegt werden – i. d. R. auf Unendlichkeit. So kann man als Stifter anderen Menschen Gutes tun, sogar für die Zeit, wenn man längst tot ist.

Ich bin Mitglied des Beirates der Dr. Ruth Freund Stiftung Fernwald und helfe mit, diese Stiftung zu betreiben. Sie ist eine örtliche Stiftung und unterstützt Kinder und Jugendliche der Gemeinde finanziell.

 

Peter Steil

Über Peter Steil

Peter Steil, Fernwald.
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