Lehrer- und Schülertüchtigkeit Anno 1818

Bei meinen Recherchen zu Münster im Elsass bin ich auf ein interessantes Protokoll einer Überprüfung von Lehrer und Schülern in Münster (Elsass) im Jahre 1818 gestoßen. Deutsch und Französisch war damals und ist seit einigen Jahren wieder im Münstertal Pflichtfach ab Grundschule für die Kinder*.

Darin heißt es über Stoffel, den Lehrer in Münster Kapazität des Lehres in den einzuübenden Lehrfächern:
Französisch: schwach;
Deutsch: er liest ziemlich gut;
Rechnen: er kennt die Grundregeln und die Dezimalzahlen;
Deutsche und französische Grammatik: er kann die ersten Regeln;
Geographie: nichts néant (sic);
Orgel: ziemlich gut;
Religionszeugnis: gut und pünktlich;

Für die Leistungen der Schüler ergiebt sich:

Französisch: buchstabieren, kaum lesen;
Deutsch: lesen, schwerfällig;
Rechnen: nicht viel mehr als das zusammenzählen;
Grammatik und Geographie: sie viel als nichts.

Als Strafen kommen in Anwendung: der Stock, Schläge auf die Hände und das Knieen.

Da hat sich die Situation in den Schulen bis heute doch etwas gebessert. Zumindest, was die Strafen anbelangt!

*Wer nach Frankreich fahren möchte und und der französischen Sprache nicht mächtig ist, findet im Münstertal das ideale Ziel. Meine Erfahrung aus vielen Aufenthalten in Münster ist, dass die Menschen, sobald sie merken, dass man Deutsch spricht, gerne in Deutsch kommunizieren. Ich habe nur einen einzigen Fall gehabt, wo mein Gesprächspartner kein Deutsch konnte. Er war von der Loire zugezogen und sprach recht ordentliches Englisch.

 

Quelle:Ludwig Ohl: Geschichte der Stadt Münster und ihrer Abtei im Gregorienthal. Nach den Dokumenten bearbeitet.  1897

Peter Steil

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Peter Steil, Fernwald.
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