Waldbesitzer | Waldbewirtschaftung

Wie ich bereits schrieb, bin ich Waldbesitzer geworden. Im Rahmen des Kaufs eines Konvolutes an Grundstücken war auch Wald dabei. Durch einen Tausch von Grundstücken mit einem lokalen Grundbesitzer ist mein größtes Waldstück sogar noch gewachsen. Nun muss ich mir natürlich Gedanken machen, was mit den Waldstücken passieren soll. Einen Teil, der noch mit recht jungen Bäumen bewachsen ist, belasse ich so, wie er ist. Das größte Waldstück bedarf jedoch eines Eingriffs.

Das Waldstück umfasst rund 2.500 Quadratmeter mit überwiegendem Fichtenbewuchs. Es sind rund 100 Bäume. Nach meiner ersten Inaugenscheinnahme sind bis zu 70 % der Bäume tot, krank oder aus anderen Gründen zu fällen. Das wusste ich vor dem Kauf und wurde auch beim Kaufpreis von mir berücksichtigt.

Nun habe ich einen Fachmann um Rat gebeten. Der örtliche Förster hat sich das Waldstück angeschaut und meine Diagnose bestätigt. Er riet mir

  • entweder den Wald so zu belassen, wie er ist. Die Bäume nach und nach zu ernten und im eigenen Ofen zu verfeuern,oder
  • den Wald professionell abräumen und das Holz vermarkten zu lassen. Danach die Fläche professionell neu zu bepflanzen. Hier riet er mir zu einem Mischwald. Das ist die ökologisch sinnvollste Anpflanzung und auch mein Wunsch. Für alle Maßnahmen gibt es Zuschüsse des Landes Hessen.

Ich werde den zweiten Rat annehmen, auch wenn er erst einmal mit nicht geringen Kosten verbunden ist. Ich möchte ein nachhaltiges Investment tätigen, das auch der Natur zugute kommt.

Der Wald wird bis Anfang kommenden Jahres abgeerntet, das Holz wird vermarktet, das Waldstück bleibt ein Jahr liegen, um einen Befall durch den Rüsselkäfer zu verhindern. Danach werde ich das Waldstück mit Jungpflanzen bepflanzen lassen, sodass ein Mischwald heranwächst.

Ich bin zum Zeitpunkt der Neuanpflanzung 55 Jahre alt. Ich werde es nicht mehr erleben, dass der Wald erntereif ist. Ich werde sehen, wie er heranwächst und mich daran sehr erfreuen. Ich werde in einigen Jahren dort auch zelten können. Aber meine Enkel werden in den Genuss meines Investments kommen. Mein Enkel Emil wird 60 Jahre alt sein, wenn die ersten Bäume ausgewachsen sind. Das ist schon ein schöner Gedanke, der mich jedoch nachdenklich macht.

Bemerkenswert ist auch, dass ich jetzt der Forstbetriebsgemeinschaft Siegbach beitreten werde. Diese Selbsthilfeorganisation unterstützt private Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihrer Waldstücke. Im Gespräch mit dem hiesigen Förster wurde mir deutlich, wie wichtig und sinnvoll diese Mitgliedschaft ist, da sie auch Kosten spart. Die Forstbetriebsgemeinschaft hilt den angeschlossenen Waldbesitzern bei der Bewirtschaftung der Waldflächen beispielsweise durch die gemeinschaftlichen Nutzung teurer Maschinen, dem koordinierten Abtransport des Holzes, einem gemeinsamen Wegebau und der gemeinsamen Vermarktung des Holzes (wodurch in der Regel höhere (Holz-)Preise erzielt werden können). Ein weiterer Vorteil dieses Zusammenschlusses ist der Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern.

Ja, ich bin nun nicht nur “Landwirt”, sondern auch Waldbesitzer 🙂 und dabei wollte ich ursprünglich nur ein Plätzchen, wo ich ab und zu zelten kann. Aber es ist gut so.

Hier ein paar Fotos aus meinem Wald:

Auf dem Nachbargrundstück wurden Bäume gefällt, deren Kronen noch auf meinem Waldstück liegen

Weitere Baumkronen und Äste des Nachbarstücks

Ausgewachsene Fichten, die nun geerntet werden können

Als nächster Weihnachtsbaum eher ungeeignet 😉

Wunderbare Bäume – wunderbares Holz

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